Like a Christmas Movie – Edinburgh in December
Weihnachtliches Edinburgh: Lichter, historische Gassen und besondere Hotels. Eine winterliche Reise durch eine Stadt, die sich anfühlt wie eine lebendige Filmkulisse.
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Edinburgh im Dezember fühlt sich an, als würde man durch die Kulisse eines Weihnachtsfilms laufen. Lichterketten in mittelalterlichen Gassen, ein wenig Nebel in der Luft, geschmückte Fassaden – und das alles ohne moderne Brüche.
Keine Hochhäuser, keine Glasfronten. Die Stadt wirkt wie aus einem Guss und genau deshalb so stimmig. Es ist bunt, quirlig, gemütlich – und überraschend herzlich.

Prestonfield House – Weihnachten im Herrenhaus
Etwas außerhalb der Stadt liegt das Prestonfield House, ein historisches Herrenhaus mit viel Charakter. Schon die Anfahrt ist besonders: Man passiert eine Weide mit Hochlandrindern, fährt durch das Anwesen – und begegnet im Park einem einzelnen Pfau, der hier ganz selbstverständlich dazugehört.
Zur Weihnachtszeit wird das Haus festlich geschmückt. Insgesamt 25 Weihnachtsbäume verteilen sich auf die verschiedenen Salons und Räume. Überall brennen Kamine, und man setzt sich ganz automatisch dazu – auf einen Afternoon Tea oder ein Glas Punsch. Es ist üppig, warm und bewusst traditionell.
Die Zimmer sind alle individuell gestaltet, keines gleicht dem anderen. Viel Stoff, dunkles Holz, Vintage-Details. Romantisch, gemütlich, authentisch – echtes Herrenhaus-Feeling. Man fühlt sich ein wenig wie bei Downton Abbey, nur mit mehr Weihnachtsdekoration.
Kulinarisch spielt das Haus ebenfalls ganz oben mit. Als Mitglied von Relais & Chateaux liegt der Fokus klar auf Küche und Genuss. Abends wurden wir mit einem Vier-Gang-Dinner verwöhnt, morgens mit einem exzellenten Frühstück. Klassisch, hochwertig, ohne Schnörkel.

Edinburg – Weihnachtlich, lebendig, gut zu Fuß
Am nächsten Tag ging es in die Stadt. Edinburgh lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden, gerade im Winter. Alles liegt nah beieinander, die Wege sind kurz, die Eindrücke dicht.
Die Victoria Street, deren geschwungene Formen viele aus den Harry-Potter Filmen als Inspiration für die Winkelgasse kennen, ist besonders belebt. Bunte Fassaden, kleine Läden, Lichter. Hier fühlt man sich automatisch in eine andere Welt versetzt.
In den Princes Street Gardens zieht sich der Weihnachtsmarkt bis hinauf zum Scott Monument. Musik, Essen, Menschen, Bewegung. Und oben beim Castle ist die Stimmung ohnehin besonders – Geschichte trifft Weihnachtsdeko, ohne aufgesetzt zu wirken.
Ein kleines Detail machte die Stadt besonders sympathisch: Busfahrer in Weihnachtspullovern. Kein Event, kein Marketing – einfach gemacht. Genau das macht Edinburgh im Dezember so angenehm.
The Witchery – Übernachten wie im Filmset
Das The Witchery ist weniger Hotel als Erlebnis. Es gibt nur neun Suiten, alle unterschiedlich gestaltet und thematisiert – etwa Library, Armory oder Guardroom. Wir übernachteten im Guardroom, gelegen in einem mittelalterlichen Nebengebäude, erreichbar über eine enge Wendeltreppe.
Schwere Stoffe, dunkles Holz, Kerzenlicht. Alles bewusst dramatisch, fast theatralisch. Es fühlte sich tatsächlich ein bisschen so an, als würde man in einem Filmset übernachten – Hogwarts lässt grüßen.
Auch das Restaurant ist ein Highlight und setzt auf klassische britische Küche: frische Austern, Lamb Wellington, zum Dessert eine Tarte Tatin. Üppig, traditionell, hervorragend umgesetzt.
Mein Eindruck
Edinburgh im Dezember ist kein stiller Winterort, sondern ein lebendiges Erlebnis. Festlich, herzlich, ein bisschen kitschig – aber genau richtig. Die Stadt fühlt sich an wie eine Weihnachtsfilm-Kulisse, in der man sich frei bewegt, statt nur zuzusehen. Und genau das macht den Zauber aus.
